Seit Kurzem verstärkt Aslınur Caral als europäische Freiwillige die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. Im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps engagiert sie sich in der Fachstelle „Weltoffen – Solidarisch – Dialogisch“ und unterstützt die Aktivitäten des Projekts „One World House Goes Green“.
Für Aslınur ist der Freiwilligendienst nicht nur eine Gelegenheit, für längere Zeit in einem anderen Land zu leben. Sie möchte Menschen zusammenbringen, eigene Ideen verwirklichen und sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Teilhabe und interkulturellem Austausch beschäftigen. Im Interview erzählt sie von ihrem bisherigen Weg, ihrer Motivation für den Freiwilligendienst und ihren Plänen für die kommende Zeit in Magdeburg.
Aslınur, stell dich doch zunächst kurz vor: Wer bist du und was sollten unsere Leserinnen und Leser über dich wissen?
Aslınur: Mein Name ist Aslınur Caral, ich komme aus der Türkei und wurde 1999 in Denizli geboren. Aufgewachsen bin ich in Izmir, wo ich den größten Teil meiner Kindheit und Jugend verbracht habe. Später habe ich Wirtschaftsingenieurwesen an der Abdullah-Gül-Universität in Kayseri studiert und mein Studium 2023 abgeschlossen.
Während meines Studiums und meiner bisherigen beruflichen Laufbahn habe ich ein starkes Interesse an Produktionsplanung, Lieferkettenmanagement, Prozessoptimierung und Projektmanagement entwickelt. Durch Praktika, Hochschulprojekte und meine Berufserfahrung konnte ich verschiedene Branchen kennenlernen, insbesondere die Fertigungs- und Energiebranche. Langfristig möchte ich mich in einem internationalen Umfeld weiterentwickeln, in dem ich meine beruflichen Fähigkeiten mit meinem Interesse an Menschen und Nachhaltigkeit verbinden kann.
Gleichzeitig entdecke ich sehr gerne neue Orte, lerne andere Kulturen kennen und begegne Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen. Während meiner Studienzeit war ich aktiv an studentischen Projekten und Initiativen beteiligt. Dadurch konnte ich vor allem meine Kommunikations- und Teamfähigkeit weiterentwickeln.
Ich würde mich als verantwortungsbewusst, anpassungsfähig und lösungsorientiert beschreiben. Ich arbeite gerne mit anderen zusammen, übernehme Initiative und versuche, bei Herausforderungen konstruktive Lösungen zu finden. Besonders wichtig ist mir, von unterschiedlichen Perspektiven zu lernen und echte Verbindungen zu Menschen aufzubauen.
In meiner Freizeit mache ich gerne Sport, vor allem Fitness und Volleyball. Außerdem tanze und koche ich gerne und probiere neue Dinge aus. Ich interessiere mich auch für Fotografie. Besonders gerne halte ich alltägliche Momente, Natur, verschiedene Orte und besondere Erlebnisse fest. Fotos sind für mich eine Möglichkeit, Geschichten zu erzählen und Erinnerungen zu bewahren.
Darüber hinaus verfolge ich technologische Entwicklungen, insbesondere in den Bereichen künstliche Intelligenz, digitale Transformation und Innovation. Mich interessiert, wie Technologie unser Leben verändert und welche neuen Möglichkeiten dadurch entstehen.
Ich nehme außerdem gerne an lokalen Veranstaltungen und Aktivitäten teil, weil ich mich mit den Menschen und dem Ort, an dem ich lebe, verbunden fühlen möchte. In letzter Zeit konzentriere ich mich besonders darauf, meine Deutschkenntnisse zu verbessern. Ich möchte mich besser verständigen, leichter in die Gemeinschaft integrieren und tiefere Kontakte zu den Menschen in meinem Umfeld aufbauen.
Was hast du gemacht, bevor du deinen Freiwilligendienst begonnen hast?
Aslınur: Vor meiner Teilnahme am Europäischen Solidaritätskorps habe ich in der Türkei als Wirtschaftsingenieurin gearbeitet. Nach meinem Studium sammelte ich Berufserfahrung in verschiedenen Unternehmen, vor allem im produzierenden Gewerbe. Meine Aufgaben lagen unter anderem in der Produktentwicklung, im Projektmanagement, in der Gestaltung und Verbesserung von Produktionsprozessen sowie in der Koordination zwischen verschiedenen Abteilungen.
Dabei hatte ich auch die Gelegenheit, in einem internationalen Umfeld zu arbeiten. Ich hielt regelmäßig Präsentationen auf Englisch und stand im Austausch mit internationalen Kundinnen und Kunden. Außerdem war ich dafür verantwortlich, Werksführungen für internationale Gäste zu organisieren und zu begleiten. Das hat mir geholfen, meine Kommunikationsfähigkeiten weiterzuentwickeln und im interkulturellen Austausch sicherer zu werden.
Neben meiner beruflichen Tätigkeit habe ich mich schon immer für freiwilliges Engagement und soziale Aktivitäten interessiert. Während meines Studiums engagierte ich mich in der AGU International Association und unterstützte dort in assistierender Funktion den Vorsitz. Ich half bei der Organisation kultureller Veranstaltungen, arbeitete mit Studierenden aus unterschiedlichen Ländern zusammen und trug dazu bei, an der Universität eine internationalere Atmosphäre zu schaffen. Diese Erfahrung hat meine organisatorischen Fähigkeiten sowie meine Team- und Kommunikationskompetenz gestärkt.
Außerdem engagierte ich mich ehrenamtlich an einer Grundschule. Dort begleiteten wir Kinder mit verschiedenen Bildungs- und Freizeitangeboten. Wir entwickelten interaktive Aktivitäten, unterstützten die Kinder beim Lernen und versuchten, ihre Neugier zu fördern. Wir verbrachten viel Zeit miteinander und tauschten auch kleine Geschenke aus. Dadurch entstand eine sehr herzliche Verbindung, an die ich mich gerne zurückerinnere. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig Geduld, Empathie und die Unterstützung anderer Menschen in ihrer persönlichen und schulischen Entwicklung sind.
Parallel dazu besuchte ich Deutschkurse, weil ich die Kultur besser verstehen und mich in einem internationalen Umfeld leichter verständigen wollte.
All diese beruflichen, akademischen und ehrenamtlichen Erfahrungen haben meinen Wunsch verstärkt, einen internationalen Freiwilligendienst zu absolvieren. Ich suchte nach einer Möglichkeit, meine Fähigkeiten einzubringen, andere Kulturen kennenzulernen und gleichzeitig einen sinnvollen Beitrag für eine Gemeinschaft zu leisten.
Warum hast du dich schließlich für einen Freiwilligendienst im Europäischen Solidaritätskorps entschieden?
Aslınur: Mein Interesse am Europäischen Solidaritätskorps begann bereits lange vor meinem jetzigen Aufenthalt in Deutschland. Schon während meines Studiums wollte ich an einem internationalen Freiwilligenprojekt teilnehmen. Ich glaube, dass das Leben in einer anderen Kultur, die Begegnung mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern und das Engagement in einer Gemeinschaft wertvolle Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung bieten.
Vor meinem Projekt in Deutschland war ich bereits für Freiwilligendienste in Bulgarien und Lettland angenommen worden. Aufgrund ungünstiger zeitlicher Umstände konnte ich an diesen Projekten jedoch leider nicht teilnehmen. Das hat meine Motivation aber nicht verringert. Im Gegenteil: Mein Wunsch wurde dadurch noch stärker, die richtige Gelegenheit für einen internationalen Freiwilligendienst zu finden.
Ich war schon immer gerne an sozialen Aktivitäten beteiligt, habe mit Menschen zusammengearbeitet und mich in sinnvollen Projekten engagiert. Meine bisherigen Erfahrungen im Ehrenamt und in internationalen Kontexten haben mir gezeigt, wie wertvoll kultureller Austausch ist und wie viel Menschen voneinander lernen können.
Nach meinen beruflichen Erfahrungen als Wirtschaftsingenieurin wollte ich meine Komfortzone verlassen, mich in einem multikulturellen Umfeld weiterentwickeln und neue Fähigkeiten außerhalb meines bisherigen Berufsfeldes erwerben. Ich wollte den Alltag in einem anderen Land erleben, meine Sprachkenntnisse verbessern und Teil einer neuen Gemeinschaft werden.
Das Europäische Solidaritätskorps bietet mir die Möglichkeit, meine Begeisterung für freiwilliges Engagement, interkulturelles Lernen und persönliche Weiterentwicklung miteinander zu verbinden. Gleichzeitig möchte ich meine eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten in die Arbeit meiner Aufnahmeorganisation und in die lokale Gemeinschaft einbringen.
Während meiner Zeit bei der AGSA möchte ich mich aktiv an Projekten und Veranstaltungen beteiligen, neue Ideen entwickeln und umsetzen, interkulturelle Angebote unterstützen und damit eine positive Wirkung erzielen.
Freiwilliges Engagement bedeutet für mich nicht nur, anderen etwas zu geben. Es bedeutet auch, selbst zu lernen, zu wachsen und bedeutsame Beziehungen aufzubauen. Ich hoffe, während meiner Zeit hier einen sinnvollen Beitrag zu leisten, positive Verbindungen zu schaffen und etwas Bleibendes in der Gemeinschaft zu hinterlassen.
Du hast es bereits angesprochen: Was bedeutet freiwilliges Engagement ganz persönlich für dich?
Aslınur: Freiwilliges Engagement bedeutet für mich viel mehr, als nur Zeit zur Verfügung zu stellen oder anderen zu helfen. Es ist eine Form von Verantwortung, eine Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, und ein Weg, langfristige Werte zu schaffen. Engagement bringt Menschen zusammen, schafft Verbindungen über kulturelle Grenzen hinweg und zeigt, dass selbst kleine Handlungen einen nachhaltigen Unterschied machen können.
Ich glaube, dass freiwilliges Engagement eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten ist, zu lernen und persönlich zu wachsen. Es fördert Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Anpassungsfähigkeit und Teamarbeit. Gleichzeitig hilft es uns, die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Jeder Mensch, dem ich begegne, jedes Gespräch und jedes Projekt bringt mir etwas Neues bei – nicht nur über andere, sondern auch über mich selbst.
In meinem bisherigen Leben habe ich gerne Verantwortung übernommen, Aktivitäten organisiert und Ideen in die Realität umgesetzt. Ob im Beruf, an der Universität oder im Ehrenamt: Die größte Zufriedenheit empfinde ich, wenn etwas entsteht, das auch anderen zugutekommt. Zu sehen, wie Menschen zusammenkommen, Gedanken austauschen und mit neuen Erfahrungen nach Hause gehen, motiviert mich mehr als ein rein persönlicher Erfolg.
Der wahre Wert eines Freiwilligendienstes liegt für mich in seiner Nachhaltigkeit und in der langfristigen Wirkung, die er entfalten kann. Eine sinnvolle Erfahrung sollte nicht in dem Moment enden, in dem ein Projekt abgeschlossen ist. Ich wünsche mir, dass die Ideen, die ich einbringe, die Initiativen, die ich unterstütze, und die Beziehungen, die ich aufbaue, auch danach weiterwirken und positive Veränderungen anstoßen.
Engagement ist für mich außerdem eine lebenslange Reise des Lernens, der Entwicklung und der Verbindung mit anderen. Wer offen für neue Erfahrungen, Projekte und zukünftige Engagementmöglichkeiten bleibt, kann sich selbst weiterentwickeln und gleichzeitig immer wieder neue Wege finden, andere Menschen und die Gesellschaft zu unterstützen.
Letztlich geht es für mich darum, eine Art Wellenbewegung auszulösen: Wissen zu teilen, andere Menschen zu inspirieren und sie zu ermutigen, selbst in ihrer Gemeinschaft aktiv zu werden. Wenn meine Erfahrungen, meine Begeisterung oder mein Beitrag auch nur einen Menschen dazu motivieren, an die Kraft der Solidarität zu glauben und selbst etwas zu verändern, dann hat mein Engagement seinen Zweck erfüllt.
Wie bist du bei deiner Suche auf die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt aufmerksam geworden?
Aslınur: Ich bin bei meiner Suche nach Möglichkeiten im Europäischen Solidaritätskorps auf die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt gestoßen. Da ich mich schon lange für internationale Freiwilligendienste interessiere, habe ich regelmäßig nach Projekten gesucht, bei denen ich meine Fähigkeiten einbringen und gleichzeitig von einer neuen Kultur und Gemeinschaft lernen kann.
Als ich die AGSA und das Projekt „One World House Goes Green“ entdeckte, fühlte ich mich sofort damit verbunden. Die Werte des Projekts passen sehr gut zu meinen persönlichen Interessen, meinen bisherigen Erfahrungen und meinen Zukunftsplänen. Besonders angesprochen haben mich die Schwerpunkte Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein, interkultureller Dialog und gesellschaftliches Engagement.
Während meiner Ausbildung, meiner beruflichen Laufbahn und meiner bisherigen Freiwilligentätigkeiten war es mir immer wichtig, eine positive Wirkung zu erzielen, mit Menschen aus verschiedenen Lebensrealitäten zusammenzuarbeiten und Projekte zu unterstützen, die Gemeinschaften zusammenbringen.
Besonders interessant fand ich die Verbindung von Nachhaltigkeit und interkulturellem Austausch. Ich bin überzeugt, dass eine bessere Zukunft nicht nur Umweltbewusstsein benötigt, sondern auch Zusammenarbeit, gegenseitiges Verständnis und Solidarität zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen. Teil eines Projekts zu sein, das genau diese Werte fördert, entsprach der Erfahrung, nach der ich gesucht hatte.
Im Verlauf des Bewerbungsverfahrens erfuhr ich mehr über die Ziele der AGSA, ihre verschiedenen Projekte und die Wirkung ihrer Veranstaltungen. Dabei hatte ich das Gefühl, dass die AGSA nicht nur ein Ort ist, an dem ich einen Freiwilligendienst absolvieren kann. Sie ist auch eine Gemeinschaft, zu der ich mit meinen Erfahrungen, meiner Kreativität, meinen organisatorischen Fähigkeiten und meinen Ideen aktiv beitragen kann.
Nach den ersten Gesprächen mit der Organisation und weiteren Informationen über das Projekt wurde meine Motivation noch größer. Ich sah darin die Chance, mich in einem multikulturellen Umfeld weiterzuentwickeln, meine Sprachkenntnisse zu verbessern, mein Wissen zu teilen und an sinnvollen Aktivitäten mitzuwirken. Ich glaube, dass die AGSA für mich der richtige Ort ist, um gemeinsam mit anderen zu lernen, Ideen zu entwickeln und eine positive Wirkung zu entfalten.
Welche Wünsche und Erwartungen hast du an deine Zeit bei der AGSA und in Magdeburg?
Aslınur: Während meiner Zeit bei der AGSA und in Magdeburg möchte ich vollständig in mein neues Umfeld eintauchen und ein aktiver Teil der Gemeinschaft werden. Da dies meine erste längere Auslandserfahrung ist, sehe ich diese Zeit als wertvolle Gelegenheit, meinen Horizont zu erweitern, mein interkulturelles Bewusstsein zu stärken und mich durch neue Erfahrungen persönlich weiterzuentwickeln.
Einer meiner größten Wünsche ist es, echte Verbindungen zu Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Hintergründen aufzubauen. In einem internationalen Umfeld zu leben bedeutet für mich nicht nur, ein neues Land zu entdecken. Es geht auch darum, andere Perspektiven zu verstehen, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.
Ich möchte eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen sein. Dafür möchte ich meinen eigenen Hintergrund, meine Traditionen und meine Erfahrungen aus der Türkei teilen. Gleichzeitig bin ich offen dafür, die Geschichten, Traditionen und Erfahrungen anderer Menschen kennenzulernen.
Besonders freue ich mich darauf, zu den Aktivitäten und Projekten der AGSA beizutragen. Durch meine Erfahrungen im Wirtschaftsingenieurwesen, in der Projektkoordination und im Ehrenamt kann ich organisatorische Fähigkeiten, Kreativität und Begeisterung in das Team einbringen.
Auf meinem bisherigen beruflichen und akademischen Weg habe ich gelernt, wie wichtig Planung, Teamarbeit und Problemlösung sind. Gleichzeitig habe ich erkannt, dass im Mittelpunkt jedes erfolgreichen Projekts die Menschen und ihre Beziehungen zueinander stehen. Ich möchte bestehende Initiativen unterstützen, aber auch neue Ideen und Aktivitäten entwickeln, die Beteiligung, Zusammenarbeit und gesellschaftliches Engagement fördern.
Durch Projekte wie „One World House Goes Green“ möchte ich das Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Umweltverantwortung und interkulturellen Dialog stärken. Außerdem würde ich mich gerne an Aktivitäten zum kulturellen Austausch, zur Förderung historischen Bewusstseins und an weiteren Bildungsveranstaltungen beteiligen.
Magdeburg hat eine besondere Geschichte und eine eigene kulturelle Identität. Ich möchte mehr über die Stadt erfahren und Wege finden, diese Erfahrungen mit anderen zu teilen. Ich glaube, dass das Wissen über die Geschichte und Identität eines Ortes Menschen dabei helfen kann, sich miteinander verbunden zu fühlen und stärkere Beziehungen innerhalb einer Gemeinschaft aufzubauen.
Ich freue mich außerdem auf Angebote wie Sprachcafés, Aktivitäten zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung, interkulturelle Veranstaltungen, Jugendprojekte und das Eurocamp. Dort können Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, miteinander sprechen, Erfahrungen teilen und Gedanken austauschen. Solche Aktivitäten bringen Kulturen einander näher, stärken das gegenseitige Verständnis und schaffen ein inklusives Umfeld, in dem sich alle willkommen und wertgeschätzt fühlen können.
Gleichzeitig möchte ich eigene Ideen und meine Kreativität in das Projekt einbringen. Ich könnte mir vorstellen, neue Aktivitäten zu entwickeln, digitale Inhalte wie Videos oder Geschichten zu erstellen und die Sichtbarkeit der AGSA-Projekte zu unterstützen. Durch kreative Formen der Kommunikation können noch mehr Menschen von diesen Angeboten erfahren und sich für freiwilliges Engagement, Nachhaltigkeit und interkulturellen Austausch interessieren.
Auch persönlich möchte ich mich neuen Herausforderungen stellen. Ich will meine Deutschkenntnisse verbessern, in unbekannten Situationen selbstbewusster werden und ein tieferes Verständnis für die deutsche Gesellschaft und den Alltag in Magdeburg entwickeln. Ich möchte die Stadt auf unterschiedliche Weise kennenlernen, ihre lokale Kultur entdecken und eine stärkere Verbindung zur Gemeinschaft aufbauen.
In meiner Freizeit bin ich gerne aktiv und erkunde neue Orte. Ich freue mich darauf, die Natur rund um Magdeburg kennenzulernen, Zeit an der Elbe zu verbringen und die Stadt beispielsweise bei Spaziergängen, lokalen Veranstaltungen oder vielleicht auch bei einer Bootsfahrt aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Den Alltag an einem neuen Ort kennenzulernen, ist für mich einer der besten Wege, seine Kultur wirklich zu verstehen und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu entwickeln.
Außerdem möchte ich verschiedene Regionen Deutschlands bereisen, neue Städte und Kulturen entdecken und durch diese Erfahrungen meinen Blick auf die Welt erweitern.
Insgesamt wünsche ich mir, dass meine Zeit bei der AGSA zu einer Reise des Lernens, Teilens und gemeinschaftlichen Gestaltens wird. Ich möchte nicht nur die Ergebnisse meiner Arbeit hinterlassen, sondern auch positive Beziehungen, inspirierende Momente und einen kleinen Teil von mir selbst. Ich hoffe, dass mich diese Erfahrung auch in Zukunft motiviert, mich weiterhin freiwillig zu engagieren und zu positiven Veränderungen beizutragen.
Welche Aufgaben wirst du konkret bei der AGSA übernehmen?
Aslınur: Ich engagiere mich als Freiwillige des Europäischen Solidaritätskorps in der Fachstelle „Weltoffen – Solidarisch – Dialogisch“, kurz WSD. Dort arbeite ich im Projekt „One World House Goes Green“.
Zu meinen wichtigsten Aufgaben gehört es, Aktivitäten rund um das Thema Nachhaltigkeit zu unterstützen, mich am SDG-Club zu beteiligen und mit praktischen Angeboten und Bildungsveranstaltungen auf Umweltthemen aufmerksam zu machen.
Ein Beispiel ist die Unterstützung bei der Organisation einer Kleidertauschparty. Sie fördert einen nachhaltigeren Konsum, indem Kleidung ein zweites Leben erhält. Dadurch können Textilabfälle reduziert und ein bewussterer Umgang mit Mode angeregt werden.
Außerdem werde ich an Veranstaltungen wie dem Sommerfest mitwirken. Dort kann ich mich an der Planung, Koordination und Kommunikation beteiligen und dazu beitragen, eine offene und einladende Atmosphäre für die Teilnehmenden zu schaffen.
Darüber hinaus unterstütze ich interkulturelle Projekte, das Sprachcafé, das Eurocamp und weitere Aktivitäten, die Vielfalt, soziale Inklusion und internationalen Austausch fördern.
Auch in der Öffentlichkeitsarbeit werde ich mich einbringen. Dazu gehören die Erstellung von Inhalten für soziale Medien, die Gestaltung von Plakaten und Flyern sowie Fotos und Videos bei Veranstaltungen. Auf diese Weise können wir die Aktivitäten der Projekte einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen.
Bei all diesen Aufgaben arbeite ich mit den anderen Freiwilligen und den Mitarbeitenden der AGSA zusammen. Gemeinsam möchten wir Angebote entwickeln und eine Umgebung schaffen, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander in Kontakt kommen, lernen und Erfahrungen austauschen können.
Ein Freiwilligendienst in einem neuen Land bringt wahrscheinlich nicht nur schöne Erfahrungen mit sich. Welche Herausforderungen erwartest du?
Aslınur: Eine Herausforderung wird sicherlich sein, mich an ein neues Land, eine andere Kultur und ein neues Arbeitsumfeld zu gewöhnen. Da dies meine erste längere Erfahrung in Deutschland ist, gehe ich davon aus, dass ich etwas Zeit benötigen werde, um mich an den Alltag, die Art der Kommunikation und neue Routinen zu gewöhnen.
Auch das Zusammenleben mit einer anderen freiwilligen Person aus einem anderen kulturellen Umfeld ist für mich eine neue Erfahrung. Wir können unterschiedliche Gewohnheiten und Vorstellungen davon haben, wie der gemeinsame Alltag organisiert wird. Ich glaube aber, dass offene Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und Respekt uns dabei helfen werden, ein angenehmes und positives Zusammenleben zu gestalten. Gleichzeitig sehe ich darin eine wertvolle Gelegenheit, voneinander zu lernen und mich persönlich weiterzuentwickeln.
Schon alltägliche Dinge wie die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, das Einkaufen oder die Organisation verschiedener Aufgaben können am Anfang ungewohnt sein. Ich glaube jedoch, dass mich gerade diese Erfahrungen selbstständiger machen und mir helfen werden, mich an mein neues Umfeld anzupassen.
Eine weitere Herausforderung ist die deutsche Sprache. Ich möchte meine Sprachkenntnisse verbessern und Deutsch im Alltag und bei Veranstaltungen selbstbewusster verwenden. Bereits vor meiner Ankunft hatte ich Deutschkurse besucht. Nun möchte ich die Sprache noch aktiver üben.
Ich plane, sowohl an dem von der AGSA organisierten Deutschkurs als auch an einem weiteren Sprachkurs in Magdeburg teilzunehmen. Regelmäßige Übung und Gespräche mit Menschen vor Ort sowie mit meinen Kolleginnen und Kollegen werden mir hoffentlich dabei helfen, meine Sprachkenntnisse zu verbessern und mich stärker in die Gemeinschaft zu integrieren.
Auch die Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen kann manchmal herausfordernd sein, da alle eigene Perspektiven und Arbeitsweisen mitbringen. Mit Offenheit, Flexibilität und gegenseitigem Respekt können solche Herausforderungen meiner Meinung nach aber gut bewältigt werden.
Insgesamt betrachte ich diese Situationen nicht nur als Schwierigkeiten, sondern vor allem als Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.
Zum Abschluss noch eine persönlichere Frage: Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Aslınur: Ich treibe sehr gerne Sport, insbesondere Volleyball und Fitness. Sport hilft mir, aktiv zu bleiben, und vermittelt mir gleichzeitig Teamgeist, Disziplin und Motivation.
Während meines Studiums nahm ich an Volleyballturnieren meiner Universität teil und hatte die Möglichkeit, Kapitänin einer Mannschaft zu sein. Dadurch konnte ich meine Führungsqualitäten weiterentwickeln und lernen, wie wichtig eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb eines Teams sind.
Bevor ich nach Deutschland kam, spielte ich außerdem zwei- bis dreimal im Monat bei lokalen Volleyballtreffen mit. So konnte ich aktiv bleiben und gleichzeitig durch den Sport neue Menschen kennenlernen.
Auch Fitness ist schon lange ein Teil meines Lebens. In der Türkei ging ich regelmäßig zwei- bis dreimal pro Woche ins Fitnessstudio. Bewegung ist für mich wichtig, weil sie zu einem gesunden Lebensstil beiträgt, mich motiviert und sowohl mein körperliches als auch mein mentales Wohlbefinden unterstützt.
Seit meiner Kindheit interessiere ich mich außerdem für modernen Tanz. Während meiner Grundschulzeit in Izmir besuchte ich erste Tanzkurse. An die Aufführung, die wir damals vorbereitet und präsentiert haben, erinnere ich mich bis heute. Es war eine besondere und unvergessliche Erfahrung. Seitdem ist Tanz für mich eine Möglichkeit, mich kreativ auszudrücken und mit Kunst und Bewegung verbunden zu bleiben.
Ich reise außerdem gerne, erkunde neue Orte und lerne verschiedene Kulturen kennen. Ich entdecke gerne lokale Besonderheiten, begegne neuen Menschen und erfahre mehr über unterschiedliche Lebensweisen. Auch Veranstaltungen und Aktivitäten an meinem Wohnort interessieren mich sehr. Ich nehme gerne daran teil, weil ich Teil der Gemeinschaft sein und mit Menschen in Kontakt kommen möchte.
Weitere Hobbys sind Kochen, Musik hören und Zeit mit Freundinnen und Freunden verbringen. Auch die Fotografie begleitet mich schon länger. Ich fotografiere gerne mich selbst, die Natur, verschiedene Gegenstände, Orte und alltägliche Momente. Es macht mir Freude, besondere Details festzuhalten und diese Erinnerungen mit anderen zu teilen. Fotografie ist für mich eine schöne Möglichkeit, Erfahrungen zu dokumentieren, die Schönheit des Alltags zu entdecken und Geschichten visuell zu erzählen.
Darüber hinaus beschäftige ich mich gerne mit neuen technologischen Entwicklungen. Besonders Themen wie künstliche Intelligenz, digitale Transformation und neue Technologien finde ich spannend. Mich interessiert, wie sie unseren Alltag verändern und neue Möglichkeiten schaffen.
Aktuell nimmt natürlich auch das Deutschlernen einen wichtigen Teil meiner Freizeit ein. Ich möchte mich besser verständigen und eine stärkere Verbindung zu den Menschen in meinem neuen Umfeld aufbauen.
Lernen, gestalten und Spuren hinterlassen
Aslınur beginnt ihren Freiwilligendienst mit vielen Ideen, beruflichen Erfahrungen und einer großen Offenheit für neue Begegnungen. In ihrer Arbeit bei der AGSA möchte sie Nachhaltigkeit nicht nur theoretisch vermitteln, sondern mit konkreten Aktivitäten erlebbar machen. Gleichzeitig will sie Menschen aus unterschiedlichen Kulturen miteinander ins Gespräch bringen und die Sichtbarkeit der Projekte durch Fotos, Videos und digitale Geschichten stärken.
Für ihre Zeit in Magdeburg hat sie sich einiges vorgenommen: besser Deutsch sprechen, die Stadt und ihre Geschichte kennenlernen, neue Kontakte knüpfen und sich aktiv in die Gemeinschaft einbringen. Dabei versteht sie auch die Herausforderungen des Lebens in einem neuen Land als Teil ihres Lernprozesses.
Wir freuen uns darauf, Aslınur auf diesem Weg zu begleiten, gemeinsam neue Ideen umzusetzen und voneinander zu lernen. Herzlich willkommen bei der AGSA und im einewelt haus Magdeburg!
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Redaktion Deine-Welt-Blog
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