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Mehr als ein Projekt: Eine Reise zu Menschen, Geschichten und echter Inklusion in Spanien

Die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) engagiert sich im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps (ESC) und verschiedener europäischer Programme dafür, jungen Menschen internationale Lernerfahrungen und interkulturellen Austausch zu ermöglichen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Themen wie Inklusion, Diversität und Teilhabe. Das Erasmus+-Projekt DIVERS(A)BILITY in Barcelona ist ein Beispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit und non-formale Bildung junge Menschen befähigen, gesellschaftliche Barrieren abzubauen und neue Perspektiven auf Inklusion zu gewinnen. Unsere Freiwillige Eman Tarek Elbassel hat an diesem Projekt teilgenommen und berichtet im Folgenden über ihre Erfahrungen, Erkenntnisse und persönlichen Entwicklungen – und darüber, wie eng diese mit ihrem Freiwilligendienst bei der AGSA verbunden sind.

 

Mein Name ist Eman Tarek Elbassel. Ich komme aus Ägypten und absolviere derzeit meinen Freiwilligendienst bei der AGSA im Rahmen des ESC-Programms. Heute möchte ich meine besondere Erfahrung während meiner Teilnahme am Erasmus+-Projekt DIVERS(A)BILITY in Barcelona mit euch teilen – einem Projekt, das mich sowohl persönlich als auch beruflich geprägt hat.

 

Das Projekt brachte 20 junge Menschen aus Deutschland, Griechenland, Spanien und Estland für eine intensive Woche zusammen. Ziel war es, einen inklusiven und sicheren Raum zu schaffen, in dem junge Menschen mit und ohne Behinderung offen miteinander sprechen, Herausforderungen reflektieren und praktische Lösungen gegen Diskriminierung entwickeln. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen mit Behinderung durch Methoden der non-formalen Bildung, sportliche Aktivitäten und kooperative Spiele aktiv in zukünftige Jugendprojekte eingebunden werden können. Dieser Ansatz steht im Einklang mit den Werten der AGSA, die sich seit vielen Jahren für Inklusion, Diversität und Teilhabe junger Menschen einsetzt.

Eine besonders eindrucksvolle Erfahrung war für mich der Moment, in dem ich zum ersten Mal Rollstuhlbasketball spielte – angeleitet von Trainerinnen und Trainern mit Behinderung. Die Situation war für mich ungewohnt, zugleich aber unglaublich inspirierend. Mir wurde bewusst, wie viel Disziplin, Mut und Entschlossenheit Menschen mit Behinderung täglich aufbringen, um Herausforderungen zu begegnen und neue Wege zu gehen.

 

Neben den sportlichen Einheiten nahmen wir an Workshops teil und begegneten Menschen, die durch Unfälle ihre Mobilität verloren haben. Sie erzählten uns ihre Geschichten offen und direkt – Begegnungen, die mich tief bewegt und mein Bewusstsein für Inklusion nachhaltig verändert haben. Jede einzelne Geschichte zeigte mir, wie dringend notwendig es ist, Barrieren nicht nur räumlich, sondern vor allem gesellschaftlich abzubauen.

Gemeinsam mit meinem Team entwickelte ich zudem ein Aufklärungsvideo darüber, wie man respektvoll und sensibel mit Menschen mit Behinderung umgeht. Dafür spielte ich die Rolle einer blinden Person, um alltägliche Situationen sichtbar zu machen. Diese Aufgabe hat mir erneut verdeutlicht, wie wichtig Medienarbeit in der Bewusstseinsbildung junger Menschen ist – ein Thema, das auch in meiner Tätigkeit bei der AGSA eine wichtige Rolle spielt.

 

Neben der inhaltlichen Arbeit war auch der kulturelle Austausch ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Obwohl ich offiziell Deutschland vertreten habe, war es mir wichtig, meine ägyptische Identität einzubringen. Kultur lässt sich nicht trennen – sie begleitet uns und bereichert jede Begegnung. Der Projektort in Barcelona, nur wenige Minuten vom Meer entfernt, bot zudem Raum, die vielen Eindrücke zu reflektieren und die Erfahrungen in Ruhe auf mich wirken zu lassen.

 

Solche europäischen Projekte sind für meinen Freiwilligendienst bei der AGSA von zentraler Bedeutung. Mein Ziel während dieses Jahres ist es, internationale Erfahrungen zu sammeln, neue Fähigkeiten zu entwickeln und ein starkes Netzwerk aufzubauen. Durch Projekte wie DIVERS(A)BILITY – ebenso wie durch die vielfältigen Veranstaltungen und Trainings, die die AGSA organisiert oder unterstützt – erweitere ich meine Kompetenzen in der inklusiven und interkulturellen Jugendarbeit. Diese Erfahrungen zeigen mir, wie ich langfristig einen positiven Beitrag leisten kann.

 

Am Ende dieser Reise möchte ich betonen, wie dankbar ich der AGSA bin. Sie hat mir die Teilnahme ermöglicht und begleitet mich während meines Freiwilligendienstes dabei, Erfahrungen, Perspektiven und Begegnungen zu sammeln, die mich noch lange begleiten und prägen werden.


Text und Bild: Eman Tarek Elbassel

Redaktion Deine-Welt-Blog

Gabriel Rücker

Projektkoordinator*in

 

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